Im Themenspringer schreibe ich über verschiedenste Themen,
unter anderem Ruby on Rails, Agilität, Cocoa, Eclipse, Mac OS X und XHTML/CSS.
Der RSS-Feed dieses Journals ist http://tammofreese.de/rss.
Ich habe mich vor einigen Monaten entschlossen, mit Ruby on Rails aufzuhören, um mich in Zukunft auf technischer Seite voll auf Beratung, Entwicklung und Schulung zum OS X-Betriebssystem (sowohl iPhone als auch Mac) zu konzentrieren. Aus meinem Netzwerk kamen Fragen, warum ich diesen Wechsel mache. Meine Antworten darauf habe ich hier zusammengefasst.
Anfang 2003 wechselte ich auf Mac OS X (damals 10.2 auf einem G3-iBook), weil mich das Gesamtkonzept überzeugte: Das Design der Rechner, die Kombination von Software und Hardware, ein BSD-basiertes Unix-Betriebssystem, vor allem aber die Entwicklung mit Cocoa und Objective-C. Damals gab es aber keine für mich wahrnehmbare Nachfrage nach Mac-Entwicklung, auch in meinem Netzwerk war ich mit dem Mac eher ein Exot. Daher verfolgte ich die Entwicklung für den Mac nur auf Sparflamme weiter. Meinen Switch habe ich aber nie bereut, im Gegenteil.
Mit dem Wechsel auf Intel-Macs wurde das allgemeine Interesse an Mac OS X deutlich größer, und mit dem iPhone SDK sah ich die Chance, endlich für die Plattform meiner Wahl zu entwickeln. Mac und iPhone sind meiner Meinung nach mit die interessantesten Entwicklungsplattformen: Die Sprache ist OK und Bibliotheken und Werkzeuge sind großartig, und durch die ständige, inkrementelle Weiterentwicklung seitens Apple gibt es auch immer etwas Neues zu entdecken.
Rails ist ein hervorragendes Framework für die Entwicklung von dynamischen Webseiten. Mein Interesse geht jedoch mittlerweile wieder mehr in Richtung hin zu nativen Applikationen. Die einzigen Webapplikationen, für die ich mich noch begeistern kann, versuchen im Browser möglichst nah an native Applikationen heranzukommen, wie zum Beispiel 280slides (implementiert mit Cappuccino) und Mobile Me (implementiert mit SproutCore). Für solche Applikationen ist Rails aber bestenfalls als Backend interessant.
Ich kann nicht alles machen. Als ich 2005 auf Ruby on Rails umgeschwenkt bin, habe ich Java/Eclipse aus meinem Portfolio genommen, mit meinem technischen Wechsel auf OS X (iPhone/Mac) nehme ich Ruby on Rails aus meinem Portfolio. Meiner Meinung nach ist es besser, sich voll auf ein technisches Thema zu konzentrieren. Zudem möchte ich auch endlich mal meine Dissertation fertigstellen, und in zwei technischen Themen auf dem neusten Stand zu bleiben, würde mir dafür noch weniger Zeit lassen.
Wie oben schon gesagt: Ich kann nicht alles machen. Blackberry, Android und Palm Pre sind Plattformen mit anderen Programmiersprachen, anderen Frameworks, anderen Werkzeugen, anderen Bedienkonzepten – also fundamental verschiedene Umgebungen im Mobile-Bereich, so wie Windows, Mac OS X und Linux fundamental verschiedene Umgebungen im Desktop-Bereich sind.
Ich verwende zwar weiter Ruby, biete aber keine Beratung mehr dazu an. In 2000 bin durch Frank Westphal und das Pickaxe-Buch der Pragmatic Programmer auf Ruby gestoßen, und Ruby ist bis heute eine meiner Lieblingssprachen.